| 1870 |
Am
2. Januar wird Ernst Barlach als erster Sohn von Johanna Luise Barlach
und Dr. Georg Barlach in Wedel an der Niederelbe geboren. |
| 1871 |
Geburt
des Bruders Hans |
| 1872 |
Die
Familie Barlach zieht von Wedel nach Schönberg in Mecklenburg. Geburt
der Zwillingsbrüder Nikolaus und Joseph. |
| 1877 |
Umzug
der Familie Barlach nach Ratzeburg. |
| 1884 |
Nach
dem Tod von Barlachs Vater kehrt die Familie nach Schönberg zurück.
Ernst Barlach besucht die Realschule in Schönberg. |
| 1888 |
Barlach
wird Schüler an der Allgemeinen Gewerbe Schule in Hamburg. |
| 1889 |
Er
besucht die Gewerbeschule in Hamburg. Hornung, Woldemar und der Bildhauer
Thiele sind seine Lehrer. |
| 1891 |
Barlach
siedelt von Hamburg nach Dresden über und besucht dort die Unter-und
Mittelklasse der Königlichen Akademie der bildenden Künste.
Ab 1892 wird Barlach
Meisterschüler von Robert Diez. |
| 1895 |
Abschlußprüfung
an der Dresdener Kunstakademie mit der im Jahr zuvor entstandenen Plastik
"Krautpflückerin". Erster Studienaufenthalt Barlachs in Paris an der
Akademie Julian und Veröffentlichung des Buches "Figürliches Zeichnen". |
| 1897 |
Zweiter
Studienaufenthalt Barlachs in Paris. Danach ist er in Hamburg und Altona
künstlerisch tätig. |
| 1898 |
Barlach
beteiligt sich mit seiner "Krautpflückerin" und einem Grabrelief an
der "Großen Berliner Kunstausstellung" und es erscheinen vier Zeichnungen
von ihm in der Zeitschrift "Jugend". Er arbeitet in einer Werkstattgemeinschaft
mit dem Bildhauer und Freund Karl Gabers. Zusammen realisieren sie das
Giebelrelief des Altonaer Rathauses. Frühe literarische Versuche reflektieren
die Pariser Zeit und reichen bis in die Hamburger, Berliner und Wedeler
Jahre zurück. |
| 1899 |
Barlachs
erster Aufenthalt in Berlin. Begegnung mit Reinhard Piper und Karl Scheffler. |
| 1901 |
Barlach
zieht von Berlin zurück in seine Geburtsstadt Wedel. Erste dramatische
Versuche. Freundschaftliche Verbindung zu Karl Gabers und Julius Wohlers.
Hier schafft er vor allem Kleinkeramik für die Töpferwerkstatt
Mutz in Altona. |
| 1904 |
Barlach
übernimmt ein Lehramt an der Fachschule für Keramik in Höhr-Grenzhausen/
Westerwald. Erste Ausstellung seiner keramischen Arbeiten im Kunstsalon
Richard Mutz in Berlin. Barlachs Freund, Reinhard Piper, gründet den
Piper-Verlag in München. |
| 1905 |
Barlach
gibt die Stelle als Lehrer in Höhr-Grenzhausen auf und übersiedelt
zum zweiten Mal nach Berlin. |
| 1906 |
aus
einer schweren Identitäts-und Lebenskrise heraus reist Barlach nach
Rußland. Er fährt mit seinem Bruder Nikolaus über Warschau
nach Kiew, Charkow, Pokatilowka, Konstantinowka, Karamatorowke, Belgorod
und Bachmut. Er schafft eine Vielzahl von Skizzen und schreibt das "Russische
Tagebuch", das 1912 unter dem Titel "Eine Steppenfahrt" mit 13 Lithographien
illustriert erscheint. Die Ergebnisse dieser Rußlandreise bewirken
bei Barlach einen fundamentalen künstlerischen Neubeginn. Geburt des
Sohnes Nikolaus in Berlin-Moabit aus einer Verbindung zwischen Ernst Barlach
und Rosa Schwab. Nach einem Rechtsstreit wird Barlach das Sorgerecht zugesprochen. |
| 1907 |
Auf
der 13. Ausstellung der Berliner Sezession werden mit Erfolg zwei von Richard
Mutz gebrannten Terrakotten Barlachs (Blinder russischer Bettler; Russische
Bettlerin mit Schale) ausgestellt. Barlach sieht die künstlerischen
Auswirkungen der Rußlandreise positiv bestätigt. Er beginnt
die in Rußland gefüllten Skizzenbücher in bildnerischen
und literarischen Werken zu verarbeiten. Sechs seiner zeitkritischen Zeichnungen
erscheinen im "Simplicissimus". Beginnende Förderung Barlachs durch
Paul Cassirer und August Gaul. |
| 1908 |
Auf
der Winterausstellung der Berliner Sezession ist Barlach mit 7 Plastiken
und 20 Zeichnungen vertreten. Erste plastischen Bildwerke in Holz: Liegender
Bauer, Steppenhirt, Sitzendes Weib, Schäfer im Sturm, Wanderer im
Wind, der als erstes Werk Barlachs durch die Kunsthalle Bremen erworben
wird. Vertrag mit Paul Cassirer, dem Barlach gegen regelmäßige
Zahlungen den Vertrieb seiner Arbeiten überläßt. |
| 1909 |
Barlach
geht als Stipendiat der Villa Romana für 10 Monate nach Florenz und
lernt dort den Dichter und Kosmopolit Theodor Däubler kennen. Berufung
zum Jury-Mitglied der Berliner Sezession. |
| 1911 |
Barlach
nimmt einen ausgebauten Pferdestall in Güstrow als Atelier. Arbeit
an dem Drama "Die Osterleute" später "Der Arme Vetter". |
| 1912 |
Erstveröfftlichung
des Dramas "Der Tote Tag" mit 27 Lithographien. Zusammentreffen mit Theodor
Däubler. Arbeit am Diario Däubler und an den Vorstufen zu "Seespeck"-Roman.
Beteiligung an der "2. Sonderbund-Ausstellung" in Köln. Albert Kollmann
besucht Barlach in Güstrow. |
| 1914 |
Barlach
wird in den Vorstand der Freien Sezession gewählt. Auf deren 1. Ausstellung
sind seine Werke "Die Verlassenen" und "Wanderndes Paar" vertreten. Arbeit
am "Güstrower Tagebuch". Beginn der Freundschaft mit Friedrich Schult. |
| 1915 |
Barlach
meldet sich freiwillig zum Kreigsdienst und wird Landsturmsoldat in Sonderburg. |
| 1917 |
Erste
Gesamtausstellung Barlachs im Salon Paul Cassirer mit einem Vortrag von
Theodor Däubler. Friedrich Kayßler liest aus dem Drama "Der
Tote Tag" |
| 1919 |
Barlach
wird zum ordentlichen Mitglied der Preußischen Akademie der Künste
gewählt. Er lehnt Lehrämter und Ehrendoktorwürde ab. Urauführung
der Dramen "Der arme Vetter" in Hamburg und "Der tote Tag" in Leipzig. |
| 1920 |
Tod
der Mutter. Veröffentlichung des Dramas "Die echten Sedemunds". |
| 1922 |
Einweihung
von Barlachs erstem Ehrenmal: der Holztafel "Die Schmerzensmutter" in der
Kieler Nikolaikirche. Das Drama "Der Findling" erscheint mit 20 Holzschnitten.
Graphische Folge "Die Ausgestoßenen" erscheint. |
| 1924 |
Barlach
erhält den Kleist-Preis. Beteiligung an der "I. Allgemeinen Deutschen
Kunstausstellung" in Moskau, Saratow und Leningrad. Buchausgabe der "Sündflut"
und Uraufführung in Stuttgart. |
| 1925 |
Beginn
der Bekanntschaft mit Bernhard und seiner Frau Marga Böhmer, Barlachs
späterer Lebensgefährtin. Arbeit am Drama "Baal" später
"Der blaue Boll". Barlach wird Ehrenmitglied der Akademie der bildenden
Künste in München. |
| 1926 |
Barlach
hat Ausstellungserfolge in Berlin bei Cassirer und in Dresden. Freitod
des Freundes Paul Cassirer und engere Bindung an Bernhard Böhmer. |
| 1927 |
Barlachs
erste Großplastik, das "Güstrower Ehrenmal" wird im Güstrower
Dom der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. |
| 1928 |
Veröffentlichung
der Autobiographie "Ein selbsterzähltes Leben" und Uraufführung
des "Findling" in Königsberg. Erste graphische Selbstbildnisse. |
| 1929 |
Nach Aufstellung
des Magdeburger Mals Beginn einer Verleumdungskampagne reaktionärer
Kreise gegen Barlach. Die Entwürfe für ein Mal in Malchin werden
von Barlach zurückgezogen. |
| 1930 |
Zum 60. Geburtstag
große Werkschau Barlachs in der Akademie der Künste, Berlin,
in Essen, Kiel und Lübeck. Negatives Echo der Bevölkerung auf
die provisorische Aufstellung der Großplastik "Bettler auf Krücken"
in Lübeck. Bau eines neuen Atelierhauses in Güstrow. Vertrag
mit A. Flechtheim über den Bronzeguß mehrerer älterer Gipsmodelle
und Ausstellung von 20 Bronzeplastiken in der Galerie Flechtheim in Berlin
und Düsseldorf. |
| 1931 |
Einweihung des
"Hamburger Ehrenmals" (Mutter mit Kind). Bezug des Atelierhauses. Barlach
verbleibt mit Marga Böhmer im Böhmerschen Nebenhaus, während
Bernhard Böhmer mit seiner neuen Frau Hella die neue Wohnung des Atelierhauses
bezieht. Barlach ist mit fünf Plastiken auf einer Ausstellung deutscher
Kunst im Museum of Modern Art, New York, vertreten. |
| 1932 |
Die Angriffe völkischer
und nationalsozialistischer Kreise gegen Barlach werden immer frecher.
Er zieht einen Entwurf für das Ehrenmal in Stralsund zurück.
Sonderschau "Ernst Barlach" auf der Herbstausstellung der Preussischen
Akademie der Künste u.a. mit drei Fassadenfiguren für Lübeck. |
| 1933 |
Barlach hält
die Rundfunkrede "Künstler zur Zeit" sieben Tage vor Hitlers Machtantritt.
Er protestiert gegen den Zwangsausschluß von Käthe Kollwitz
und Heinrich Mann aus der Preußischen Akademie der Künste. Beschluß
des Magdeburger Domgemeinderats über Entfernung des "Magdeburger Mals".
Ausstellung in der Kunsthalle Bern. |
| 1934 |
Der Entwurf eines
Grabmahls für den Freund Theodor Däubler wird von der Reichsschriftumskammer
abgelehnt. Das "Magdeburger Ehrenmal" wird in Berlin magaziniert. Hermann
F. Reemtsma beauftragt Barlach, den "Fries der Lauschenden" zu Ende zu
führen. |
| 1935 |
Barlach vollendet
den "Fries der Lauschenden". In Altona wird die Absetzung des Stückes
"Die echten Sedemunds" von den Nazis erzwungen. |
| 1936 |
Herausnahme der
Arbeiten von Barlach, Kollwitz und Lehmbruck aus der Jubileumsausstellung
der Preußischen Akademie der Künste. Die Gestapo beschlagnahmt
das Buch "Ernst Barlach - Zeichnungen" |
| 1937 |
"Das Schlimme Jahr".
Entfernung des "Güstrower Ehrenmals" und des "Geistkämpfers"
in Kiel aus der Öffentlichkeit. Entfernung aller Barlachwerke aus
deutschen Museen. "Das Wiedersehen" und der Band "Zeichnungen" werden im
Zusammenhang mit der Ausstellung "Entartete Kunst" in München gezeigt.
Erzwungener Austritt aus der Preußischen Akademie der Künste.
Ausstellung in der Westermann-Gallery in New York. |
| 1938 |
Der Hamburger Senat
beschließt die Entfernung des "Hamburger Ehrenmals". Ernst Barlach
stirbt am 24. Oktober. Gedächtnisausstellung in der Buchholz-Gallery
in New York. Die Londoner Protestausstellung zur Ausstellung "Entartete
Kunst" mit dem Titel: "20th Century German Art" zeigt 9 Werke von Ernst Barlach. |
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